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Montag, November 23, 2015

Hier so gerade | Veränderungen

Hier so gerade | Veränderungen in meinem Leben

Leben ist das, was passiert, während du dabei bist, andere Pläne zu schmieden | John Lennon


Das obige Zitat ist dieses Jahr irgendwie mein (unbeabsichtigtes) Motto. Seit Anfang des Jahres bzw. Ende des letzten hat sich in meinem Leben einiges bewegt. Ich möchte euch an den Veränderungen teilhaben lassen und ein wenig erzählen, was sich alles ereignet hat, seit ich mich Anfang des Jahres aus der kreativen Selbstständigkeit verabschiedet habe.

Arbeit | Als ich Anfang des Jahres mitteilte, dass ich mir eine neue Arbeit gesucht und meine kreative Selbstständigkeit aufgegeben habe, fragten mich viele von euch, was ich stattdessen mache - ich bin wieder als Ergotherapeutin tätig. Zu Beginn fand ich es gar nicht so einfach, mich wieder in einem fremdbestimmten Arbeitsalltag einzuleben bzw. mich in der veränderten beruflichen Rolle wiederzufinden, es ist schon sehr verschieden zu dem, was ich vorher gemacht habe. Es gefällt mir sehr gut, im gesundheitlichen Bereich tätig zu sein und Menschen zu helfen, ihren Alltag zu bewältigen. Diese Woche befinde ich mich auf Fortbildung in Leipzig (meiner alten Wahlheimat) - ich freue mich schon sehr darauf, alles zu erkunden und den Weihnachtsmarkt zu besuchen. Vor zehn Jahren war ich das letzte Mal in dieser wunderbaren Stadt, es hat sich sicherlich viel verändert.

Kreativität | Ich möchte ganz offen sein - im Frühjahr fühlte ich mich richtig ausgebrannt. Seit ich mit dem Scrapbooking angefangen hatte, war es mein Traum, dies auf selbstständiger Basis zu tun und meine Freude am Basteln und Kreativsein mit anderen zu teilen. Ich habe viel und hart dafür gearbeitet, hatte ein wenig Glück und bin mit einem Mann verheiratet, der mich bei all meinen Träumen und Plänen unterstützt. Trotzdem empfand ich den Druck, den eine kreative Selbstständigkeit in vielen Fällen mit sich bringt, immer häufiger als Last. Irgendwann mochte ich nicht mehr in mein Arbeitszimmer gehen, da war mir klar, dass sich etwas grundlegend ändern muss. Nach vielen Pro / Contra Listen, Gesprächen und durchgrübelten Nächten, beschloss ich, mich beruflich zu verändern. An meiner fehlenden Kreativität bzw. dem Wunsch, mich kreativ auszuleben, hat der Beschluss zunächst nichts geändert. Erst seit Kurzem habe ich wieder Spaß daran, mich mit Papier, Aufklebern, Farben und Schnipseln auseinanderzusetzen. Ich weiß nicht, wohin mich der Weg führt, für den Moment freue ich mich einfach, dass die "kreativen Lebensgeister" wieder erwachen und ich meine HomeDeko-Ideen Schritt für Schritt umsetze.

Bloggen | Mit dem Bloggen war es so ähnlich, wie mit der Kreativität. Seit 2010 blogge ich, streckenweise täglich. Irgendwann war die Luft einfach raus. Dass mir beim Umzug von Wordpress zurück zu Blogger alle Inhalte der letzten 4 Jahre verloren gingen, war vielleicht gar nicht so schlecht (wenigstens habe ich die Fotos noch auf dem Computer). Stellenweise habe ich mich dabei ertappt, nur um des Bloggen willens zu posten und nicht, weil ich wirklich etwas mitzuteilen hatte. Je mehr ich über das Bloggen las und was man tun / unterlassen solle, umso weniger Freude hatte ich dran. Es drehte sich mehr und mehr um Statistiken, Pins und Re-Pins und darum, den Blog bei möglichst vielen bekannt zu machen. Das mag trivial erscheinen, für mich war es ein zunehmend unbefriedigendes Gefühl und steht so gar nicht für das, was bzw. wer ich bin. Schreiben war schon immer eine meiner Leidenschaften, ich wünsche mir, diese hier mehr einzubringen und weniger auf das zu achten, was man nach Meinung von sogenannten Experten tun / unterlassen sollte ;-)

Unser Leben mit 2 Hunden | Vor knapp über einem Jahr verstarb unser Hund Sindri. Ich hatte mich immer vor diesem Tag gefürchtet und kann ehrlich sagen, dass es noch schlimmer war, als ich es mir je hätte vorstellen können. Es kam ganz plötzlich - morgens ging es ihm schlecht, nachmittags war er nicht mehr da. Sindri ist 2003 mit 12 Wochen in mein Leben getreten, ich habe dieses Tier über alles geliebt. Jesper und ich entschlossen uns sehr schnell, einen neuen Hund bei uns einziehen zu lassen - Monti. Monti kam aus einer ausländischen Rettungsstation ins Tierheim Oldenburg. Es war absolut nicht geplant, auf einmal saß er hier mit uns ;-) Wir haben es nicht eine Sekunde bereut und ich gebe gerne zu, dass Monti mir geholfen hat, über den Verlust von Sindri ein wenig besser hinweg zu kommen. Im Mai dieses Jahres zog ein weiterer Hund aus dem Oldenburger Tierheim bei uns ein - Luzie. Ich kann nicht sagen, dass zwei Hunde wesentlich mehr Arbeit machen als einer... vielleicht ein wenig mehr Dreck. Sowohl Jesper als auch ich empfinden das Leben mit 2 Hunden als Bereicherung. Luzie ist erziehungsresistenter als Monti, könnte an den Terriergenen liegen ;-) Beide sind recht jung, daran musste ich mich richtig gewöhnen, nachdem Sindri mit seinen 11 Jahren doch recht behäbig geworden war. Es ist spannend zu sehen, wie sehr sich die Tiere charakterlich unterscheiden.

Wenn man selbst zum Hundefutter wird | Nie hätte ich gedacht, selbst mal zum Hundefutter zu werden ;-) Der Hund einer Bekannten hat meine Hand mit dem Leckerli verwechselt und einmal herzhaft zugebissen. Ich habe noch nie solche Schmerzen gehabt - natürlich hatte es meine rechte Hand erwischt. Die Bisswunden waren glücklicherweise nicht sehr tief. Leider hat sich gleich eine nette Entzündung entwickelt und meine Hand schwoll mächtig an, so dass ich eine Schiene tragen musste. Mittlerweile ist es besser, eine Narbe wird wohl bleiben. Erstaunlicherweise ist diese sehr wetterfühlig, bei Kälte tut sie richtig weh. Ich hoffe, dass sich das im Laufe der Zeit noch bessern wird.

Mein Leben als Serienjunkie | Als bekennende Serienjunkies haben Jesper und ich im Laufe der Zeit viele DVDs angesammelt, u. a. Sopranos, Dexter, Gilmore Girls, 24,... seit August sind wir bei Netflix (Video on Demand, eine Art Online-Videothek) angemeldet und was soll ich sagen? Die ersten 4 Wochen habe ich mich in jeder freien Minute dort aufgehalten. Heroes, Lie to Me, 4400 - Die Rückkehrer, herrje, ich krieg sie schon gar nicht mehr alle zusammen. Eine Serie hat mir besonders gut gefallen, sie nennt sich Brooklyn 99, eine us-amerikanische Sitcom rund um eine verrückte Gruppe Cops in New York. Wer noch Empfehlungen hat: immer her damit! :-)

Mein Hörgerät und ich | Dieses Jahr teilte mir meine HNO-Ärztin mit, dass sich mein Hören weiter verschlechtert habe und ich mein (bisher in einer Schublade vor sich hinstaubendes Hörgerät) permanent tragen solle. Ich habe mich anfangs wirklich schwer damit getan. Die ersten Wochen klang alles seltsam, laut und unecht. Es hat einige Zeit gedauert, bis sich die Geräusche wieder normal anhörten und sich das Gehirn sowie der Tinnitus daran gewöhnt hatten. Ich merke, dass es mir mit Hörgerät doch um einiges leichter fällt, Unterhaltungen zu verfolgen. Bei großen Gruppen oder lauten Umgebungsgeräuschen (wie Straßenverkehr oder Musik) bin ich nach wie vor aufgeschmissen, damit kann ich leben. Ich habe mich letztendlich für ein rotes Ohrteil (Otoplastik) entschieden, was zumindest bei Kindern zu kurzzeitigen Neidanfällen führt ;-) Es gibt sogar welche mit Glitzer, stehen schon auf meiner Wunschliste!

Was ich dieses Jahr gelernt habe | Noch ist das Jahr nicht vorbei, ich kann aber mit Sicherheit sagen, dass das Thema "lernen, auf sich zu hören und zu vertrauen" sehr präsent war. Manche Lektionen im Leben lernt man spielerisch, andere auf die harte Tour. Bei mir war es gemischt ;-)

Das eingangs erwähnte Zitat Leben ist das, was passiert, während du dabei bist, andere Pläne zu schmieden ist für mich eine schöne Erinnerung, nicht allzu viele starre Pläne zu schmieden, denn 1. kommt es anders und 2. als man denkt. In diesem Sinne wünsche ich euch einen guten Start in die neue Woche.

Liebe Grüße,
Janna