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Mittwoch, November 02, 2016

Zendoodle für Anfänger - ein Erfahrungsbericht

Zendoodle für Anfänger | Janna Werner
Was genau bedeutet eigentlich Zendoodle? Diese Frage stellte sich mir, als der Zendoodle Trend nicht mehr aufzuhalten war. Ob selbsterstelltes Bild oder nach Malvorlage koloriert, um die 'künstlerische Kritzelei' schien kein Weg drumherum zu führen. Beim Zendoodle Kurs der Künstlerin Susanne Krause an der VHS Oldenburg wollte ich meiner Unwissenheit Abhilfe schaffen - hier nun ein paar Ein- und Ausblicke.

Was ist Zendoodle?
Prinzipiell kann man Zendoodle als meditative Fantasie-Kritzeleien bezeichnen. Doodling kennen viele vom Art Journaling, es bezeichnet gedankenverlorene Zeichnungen wie sie z. B. beim Telefonieren entstehen oder in Besprechungen, in der Uni oder im Büro. Das Zen steht für einen 'Zustand meditativer Versenkung' - zusammen eben meditatives Zeichnen.

Was benötigt man zum Zendoodlen?
Eigentlich nicht viel. Gerade für Anfänger reichen Fineliner, Bleistift und Papier. Wem das Kritzeln Freude bereitet, sollte sich nach und nach bessere Materialien - sprich hochwertiges Papier und Stifte - besorgen. Zu Beginn ist es wohl am Sinnvollsten, erstmal herauszufinden, ob Zendoodling überhaupt etwas für einen ist, das geht auch mit günstigen Utensilien.


Zendoodle für Anfänger | Janna Werner
Warum an einem Kurs teilnehmen?
Ich hatte mich im Vorfeld zum Zendoodle Kurs bereits auf Pinterest schlau gemacht. Dort finden sich viele Vorlagen und Anleitungen. Einige habe ich gleich ausprobiert - größenwahnsinnig wie ich bin, habe ich mich gleich an die schwierigsten Muster herangewagt ;-) Da diese nicht immer leicht umzusetzen sind, war ich relativ schnell frustriert und habe die Stifte zur Seite gelegt. 
Im Kurs fingen wir erstmal bei Null an und bauten die Muster nach und nach auf. Diese erweiterten wir anschließend zu komplexen Gebilden. Das strukturierte Vorgehen half mir sehr, in das Thema hineinzufinden und meinen eigenen Weg zu gehen. Es zeigte sich mal wieder, dass bei 10 Teilnehmern 10 unterschiedliche Bilder entstehen, obwohl alle das gleiche Muster als Grundlage nutzten.

Wie finde ich Zendoodle und wie hilft es mir in meiner Kreativität?
Ich muss ehrlich gestehen, dass das Zendoodle zunächst eine Herausforderung für mich war. Aus zwei Gründen: 1. bin ich ein sehr detailverliebter Mensch, ich verliere mich beim Zendoodlen in Kleinigkeiten und neige dazu, perfektionistisch zu sein und mich zu maßregeln und 2. finde ich die 'Unordnung' der Bilder als strukturliebender Mensch schwer auszuhalten.
Was bedeutet das nun? Ich fand es erstmal interessant, diese Beobachtungen zu machen. Mein erster Gedanke war, dass diese kreative Zeichenform vielleicht nicht das Richtige für mich ist. Dann wurde mir allerdings klar, dass ich wieder einmal irgendwelchen Regeln folgte, die es beim Zendoodle ja eigentlich nicht geben sollte - wenn es mir Freude macht, die Zeichnungen detailliert aufzubauen, dann ist das ok. Wenn ich lieber ordentliche Doodles machen möchte, dann ist das auch völlig in Ordnung. Denn das ist doch der Sinn des Ganzen - nicht zu denken und sich zu maßregeln, keinen starren Regeln zu folgen, sondern der eigenen Intuition und den eigenen Bedürfnissen. Vielleicht werde ich mit der Zeit gelassener und offen für wilde Musterkombinationen, vielleicht auch nicht.
Zendoodle für Anfänger | Janna Werner
"Learn the rules like a pro, so you can break them like an artist."
- Pablo Picasso -
Wie helfen mir diese Erkenntnisse auf meinem kreativen Weg? Sie lassen sich 1:1 übertragen - es gibt heutzutage überall Inspiration, viele wunderbare Künstler und Scrapbooker. Manchmal fällt es schwer, den vielen Einflüssen auszuweichen und sich nur auf sich zu konzentrieren - eben auf die eigene Intuition und die eigenen Bedürfnisse. (Design-) Regeln können einem helfen, besser und effektiver zu arbeiten - man sollte ihnen jedoch nicht zu starr folgen und sich auch erlauben, alle über den Haufen zu werfen.

Neben den eher philosophischen Erkenntnissen, habe ich auch ein paar generelle Erfahrungen gesammelt: das Doodlen hat meine Kreativität angeregt, nach jedem Kurstag hatte ich tausend neue Ideen. Ich fühlte mich nach den Veranstaltungen ausgeglichen und ruhig und merkte, dass ich auch körperlich entspannt war. Ein weiterer für mich wichtiger Aspekt war, dass ich durch die körperliche Entspannung auch die Stifte lockerer halte. Ich neige dazu, sehr stark aufzudrücken und beim Schreiben sowie Malen die Hände zu verkrampfen.


Zendoodle für Anfänger | Janna Werner
Fazit.
Die Teilnahme am Zendoodle Kurs hat sich für mich in mehrfacher Hinsicht gelohnt. Es hat Spaß gemacht, meine Kreativität angeregt, mich entspannt und mein Selbstbewusstsein gestärkt. Ich kann mir Zendoodles gut im Handlettering, auf Mixed Media Projekten, in Art und Bullet Journals sowie  auf Scrapbooking Layouts vorstellen. 

Wer sich bis jetzt noch nicht ans Doodling herangetraut hat, sollte es auf jeden Fall einmal ausprobieren! Über eure Erfahrungen würde ich mich sehr freuen.

Alles Liebe,
Janna